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Wenn
eine Gruppe Zweiradfahrer trotz Dauerregen und Kälte guter Laune ist, muss
es sich schon um ein besonderes Völkchen handeln. Und das sind Sie denn
wohl auch, die Mitglieder vom „Schwalbe Club Elbmarsch“. Am
3. Tag einer 4 Tagesfahrt trafen 6 Schwalben und eine S 51 bei wieder
einmal einsetzenden Regenschauer (oder war es Dauerregen), in der
Gemeinde Karwitz, im Ortsteil Lenzen, am Samstag den 4. Juli 1998 gegen
16.00 Uhr ein. Die
Route dieser Tour führte immer an der Elbe entlang, über Boizenburg ,
Dömitz Lenzen-Elbe, Wittenberge bis hinter Havelberg und über Lüchow,
Dannenberg und Hitzacker zurück an den Ausgangspunkt nach Marschacht,
in der Nähe von Geesthacht. Also eine Tour in die alte Heimat der
Schwalben. Drei
Schwalben waren mit schon fasst historischen, selbst gebauten Anhängern
ausgerüstet. Nicht einfach nur angehängt, sondern mitvernünftigen
Kupplungen und per Kabel und Steckverbindungen an die Elektrik
angeschlossen. Alles sah gut und vernünftig aus. Wie überhaupt alle
Fahrzeuge einen sehr gepflegten und gut ausgerüsteten Eindruck machten.
Eben alles vom Feinsten. So
waren einige Fahrzeuge mit Knieschutzdecken und sehr interessant
aussehenden Auspuffanlagen zu sehen. Dezent
wurden Neuteile wie Felgen, Reifen und Zubehör, wenn es zur technischen
Verbesserung beitragen konnte, verwendet. Allerdings wurde auch darauf
geachtet, dass möglichst viel vom Originalzustand erhalten wurde. Sogar
die Standlichter waren alle funktionsfähig. Auch
unter der „rauen Schale“ war von vielen Verbesserungen zu erfahren.
So wurde in einem Fall das alte Übel, die Zündung, total umgebaut. In
mühevoller Arbeit und langwieriger Suche nach den passenden Teilen
wurde eine elektronische, kontaktlose Zündung eingebaut. Damit gehört
der Austausch und die Einstellung der Kontakte endlich der Vergangenheit
an. Die
mitgeführten Anhänger mit ihren Ladekapazitäten hatten sich im Laufe
der Fahrt als sehr nützlich erwiesen. Nicht nur die schwereren Teile
der Zeltausrüstungen sondern auch ein gut sortiertes Ersatzteillager
konnte so bequem transportiert werden. Aber wie jeder Zweiradfahrer weiß,
kommt es nicht auf die Anzahl der Teile, sondern immer nur auf das
richtige Teil an. So
konnte schon am 1.Tag nach wenigen Kilometern, der erste Defekt in der Nähe
von Boizenburg, der direkt am Zylinder abgebrochene Auspuff einer
Schwalbe, durch einen Zylinderwechsel behoben werden. Dadurch wurde das
Etappenziel, Lenzen/E mit einiger Verspätung doch noch erreicht. Fährbenutzer
und Spaziergänger riskierten immer wieder ein par interessierte Blicke
auf das direkt an der Fähre aufgeschlagene Zeltlager. Nach
dem obligatorischen „Großreinemachen“ des Lagerplatzes, konnte am nächsten
Morgen die Fahrt fortgesetzt werden. Doch dann folgte, wahrscheinlich durch die Zylinderreparatur bedingt, an der selben Schwalbe der nächste Schaden. Ein Zylinderstehbolzen war abgerissen und das direkt vor der Polizeiwache. Unter der Mithilfe einem Teil der Bevölkerung und unter den zwar kritischen, aber doch bewundernden Blicken des Sheriffs, konnte ein neuer Stehbolzen beschafft und Reparatur zu einem glücklichen Ende geführt werden. In
der Nähe von Havelberg, im Örtchen Jederitz, wurde dann das zweite
Lager aufgeschlagen.
Die
3. Etappe führte dann bei Röbel über die Elbe. Mit einer Fähre der
besonderen Art, wie sie in Deutschland wohl nur noch selten vorkommt. Es
handelt sich um eine sogenannte Gierfähre, die Mittel Anker und Seil Fluss
aufwärts befestigt ist. Durch Schrägstellen der Fähre, wird nun die
Strömung für das überqueren der Elbe genutzt. Auf
der anderen Seite angekommen, führte der Weg über Straßen, die diese
Bezeichnung nun wirklich nicht verdienen. Bis zum Ort Seehausen befanden
sich die Fuhren mehr in der Luft als auf der Straße. Eine
Herausforderung an das Material und eine Zumutung für die Piloten.
Lenzen im Wendland, war dann schon beinahe eine Erholung. Dort
wurde der Tross bereits erwartet und Dank familiärer Verbindungen ein
üppiges Grillfest abgehalten. Doch bevor mit mehr oder weniger
alkoholhaltigen Getränken die Kälte aus den Knochen vertrieben werden
sollte, wurden die Fahrzeuge im Heuhotel Landgasthof Karwitz abgestellt. Eine
heiße Dusche, die Schwalben unter Dach, die Möglichkeit die nassen
Klamotten zu trocknen und die Freude auf ein reichhaltiges Frühstück
am nächsten Morgen, weckten wieder alle Lebensgeister. Überhaupt,
die Übernachtung auf Etagenpritschen mit reichlich Heu ausgelegt hatte
seinen besonderen Reiz. Doch
das dicke Ende sollte noch kommen. Nach
dem Start zur letzen Etappe, musste noch einmal Treibstoff in
ausreichender Menge gebunkert werden. Das sollte auf einer
Schelltankstelle in Hitzacker geschehen. Dort
angekommen stellte sich heraus, dass der Benzinvorrat der Gemischsäule
zur Neige ging. Der Tankwart machte darauf aufmerksam und sagte „Wenn
Luft kommt, bescheid sagen.“ Was denn auch nicht ausblieb. Also machte
sich der Tankwart daran den Mangel zu beheben. Ein Liter Öl war schnell
eingefüllt, dann noch den Zapfhahn in den Behälter gehängt und ab in
den Verkaufsraum. Es waren eben auch andere Kunden zu bedienen. Als
die Anzeige bei 50 Liter angekommen war, wurde der Zufluss von den
Bikern unterbrochen. Darauf erschien der Tankwart erneut und begann
weiteren Kraftstoff einzufüllen. Sein Vorhaben stellte der gute Mann
erst bei einer Menge von 80 Liter ein. Auf
das Missverhältnis der einzelnen Mengen (1Liter ÖL und 80Liter Benzin)
angesprochen, wurde gesagt „Das ist schon vorgemischt und vollkommen
in Ordnung.“ Auf
diese merkwürdige Aussage vertrauend ging es nun weiter Richtung
Heimat. Doch bereits nach kurzer Zeit stellte sich bei einem Fahrzeug ei
n kapitaler Kolbenfresser ein, der nur auf das mangelnde Öl beim tanken
zurückzuführen war, denn es traf ausgerechnet das Fahrzeug, bei dem
der Tank bis auf wenige Tropfen geleert war. Nicht
mit Mühe und auch nicht mit guten Worten, war der Motor wieder zum
Leben zu erwecken. Um weitere Schäden zu vermeiden, wurde mitgeführtes
2T-Öl in die übrigen Tanks verteilt. Mittels Seil und höchster
Konzentration wurde das schadhafte Gefährt über die Elbuferstraße in
den heimatlichen Stall verbracht. Trotz aller widrigen Umstände und dem extrem schlechten Wetter an den letzten beiden Tagen, bleibt diese Tour die immerhin 360 Km lang war, als absolut gelungen in der Erinnerung zurück. Wer denkt schon gerne an Dinge zurück, die ohne besondere Ereignisse waren
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